Michael Sailer, Autor auf Musikexpress - Seite 6 von 6

Michael Sailer

Klassisches Schicksal: Drei Jahre zu früh schmetterte eine Gang von Straßenkindern der britischen Glam-Rock-Welle eine Breitseite entgegen, die sich gepudert hatte, dass es nur so staubte, und sogar den als Extrem-Exzentriker verrufenen Produzenten Todd Rundgren an den Rand des Wahnsinns brachte. „Personality Crisis“, „Trash“, „Pitts“, „Subway Train“, „Jet Boy“, „Looking For A Kiss“ und der […]

Gitarrist Captain Sensible hieß noch nicht so und war nur noch als Gast dabei. Bassistin Chrissie Hynde werkelte schon mit den Ur-Pretenders herum, als endlich das erste Album der chaotischsten aller Chaos-Truppen erschien – ein Drahtseilakt zwischen Wahnsinn, Witz und Aberwitz, der seine Tücken, hatte: Je nachdem, welche der beiden ineinander geschlungenen Anfangsritlen dar Saphir […]

Howard Devoto hatte im I Februar 1977 die Buzzcocks verlassen, mit dem Statement: „Ich mag Musik nicht“. Seine neue Band, u.a. mit Gitarrist und Saxofonist John McGeoch (später bei Siouxsie & The Banshees) und Bassist Barry Adamson (doch, genau der), steckte dann gemeinsam mit Ultravox!, Wire und den Banshees das Terrain der britischen New Wave […]

Auf die Vorwürfe, er sei ein Who-Epigone, reagierte der explosive Bub Paul Weller mit einem Schild mit der Aufschrift „How can I be a fucking revivalist when I’m only 18?“ und spielte dann auf dem ersten Album seines Mod-optischen Punk-Trios das schon von den Who gecoverte „Batman“-Thema genau diesen nach. Wellers unüberhörbar echter Zorn, die […]

Seine Frisur lieferte Johnny Rotten und Millionen Punks die Vorlage, seine zerrissenen T-Shirts inspirierten Malcolm McLaren und Vivienne Westwood, er gründete Television und die Heartbreakers und gab mit „Blank Generation“ der aufkeimenden Bewegung auch noch ihren ersten klassischen Slogan (obwohl mit „blank“ eigentlich nur eine Leerstelle im Typoskript gemeint war). Umso erstaunlicher (oder gerade nicht), […]

„Passend benannt nach der Telefonnummer der Feuerwehr und ein bisschen zu grell, zu derb, zu stürmisch, zu laut und brutal: Nick Cash und seine Papageien-Truppe war so etwas wie die Comic-Version der Revolte, die andererseits mehr reales Kleinholz hinterließ als die meisten ihrer Kollegen und sich dann mit der missverständlich iroinischen Single „Homicide“ selbst ein […]

Mag sein, dass Punk zum überwiegenden Teil eine Art-School-Geschichtewar. Dass die Straße dabei aber nicht zu kurz kam, dafür sorgten vier Teenager aus Brighton, die standesgemäß bei dem von Slade-Manager Chas Chandler für seine alternde Rüpel-Truppe gegründeten Indie-Label Barn unterschrieben und mit „Living On Dreams“ und „Street Kid“ die vielleicht authentischsten Hymnen einer Generation zwischen […]

Neben Pere Ubu die zweite Splittergruppe der Clevelander Proto-Punk-Kommune Rocket From The Tombs – die ihren Friedhofswurzeln treu blieb: „I wanna be dead boy!“, raspelte der in jeder Hinsicht hemmungslose Sänger Stiv Bators ins rostige Mikrofon, knallte mit „Sonic Reducer“ einen Punk-Evergreen ins Geschichtsbuch und starb auf tragische Weise an den unbemerkt gebliebenen Folgen eines […]

Dass Punkrocker Dilettanten zu sein hatten, nahm niemand so ernst wie der zum Straßensänger geborene Tim „TV“ Smith und seine drei Begleiter, die ihrem Hit „One Chord Wonders“ gemäß wirklich nur knapp einen Akkord spielen konnten, mit diesem aber den ganzen Frust ihrer Fans in flammende Hymnen wie „Bored Teenagers“ oder „Great British Mistake“ gossen […]

Die Pistols-Kronprinzen, gemanagt von McLaren-Kumpel und -Lehrling Bernie Rhodes, verscherzten sich mit plakativen Polit-Parolen manche Sympathie und wurden erst durch Konsequenz glaubwürdig. Die viel zitierte Fusion von Punk und Reggae beschränkte sich auf eine knochenscharfe Version von Junior Murvins „Police & Thieves“, ansonsten regierten die blanke Wut, ein Tempo und eine Dringlichkeit, die ahnen lassen, […]

Michael Sailer Ein bescheidener Beginn für eine Revolution: Vier kurzhaarige Teenager betraten am 6. November 1975 eine niedrige Bühne im ersten Stock des Londoner St. Martin’s College, um ihren ersten Gig zu spielen, eine Viertelstunde, fünf Songs. Ein gutes Dutzend Leute sahen zu, auch Adam Ant: „Ihre Anlage war verdammt teuer und sah nicht aus, […]

1. Everything’s Turning To Gold (Sucking In The Seventies, 1981] Das misslungenste Riff der Musikgeschichte rumpelt schlampig durch die Gegend, als versuchte ein Heizungsmonteur, mit öligen Arbeitshandschuhen Ukulele zu spielen. 2. Thru And Thru (Voodoo Lounge, 1994) Keith winselt eine Art Reklame für die „Gelben Seiten“ und merkt nach zwei Minuten, dass ihm weder eine […]

Beatles: nur noch die Hälfte übrig. Small Faces: kaum mehr. MC5, New York Dolls, Gratefut Dead – die Reihen der Rock-Urgesteinsbrocken Lichten sich. Die Rolling Stones dagegen sterben alles andere als aus, und das ist fast noch trauriger. Hätte ich vor 30 Jahren einen Blick in die Zukunft werfen und mitansehen können, wie ein Hartgummi-Greis […]

Suff und Drogen waren dabei, seine Karriere zu ruinieren. Um zu retten, was zu retten war, machte sich Hank Williams auf den Weg zu einem Comeback-Konzert. Die Reise wurde zum Sinnbild seines Lebens - mit einem ebenso grotesken wie tragischen Ende.

30 Jahre ist es her, dass in New York eine Band ihr Bühnen- debüt gab, die an allem schuld gewesen sein soll, was sich danach auf denn Gebiet der Rockmusik getan hat -von Punk überGrunge bis Metal und zurück: Die New York Dolls.

Der innere Schweinehund als Feind: „Was aus uns geworden war“, war laut Vordenker Nicky Wire der Gegner, den es nach dem Stadion-Album „This Is My Truth…“ und der Mutation zu Sofakartoffeln mit Schmerbauch-Tendenz zu besiegen galt-kämpferisch, aber ohne die Vernichtungswaffe Bandauflösung. Paradoxer Triumph: „Know Your Enemy“ verkaufte sich mäßig, obwohl neben viel schönem Lärm auch […]

Wer wie die Manic Street Preachers alles an Erfolgen abgeräumt hat, was es gibt, hat zwei Möglichkeiten: ehrenvolle Frührente oder die Suche nach neuen Zielen. Man könnte zum Beispiel versuchen, im sechsten Anlauf doch noch die USA zu knacken. Oder aber auch das genaue Gegenteil tun...

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